Jeans & Mode Händler seit 2001!

Samt - Das streichelweiche Geheimnis des beliebten Stoffes!

Begriffserklärung: Samt

Samt ist der Stoff, der ursprünglich für Könige gemacht wurde. Es gibt kaum jemanden, der kein Teil aus Samt im Kleiderschrank hat – vor allem nicht nach dieser Saison, denn Samt liegt im Trend. Das edle Gewebe schafft es in die Top 10 der Alltime Favorits und wird vor allem bei luxuriösen Kleidungsstücken verwendet. Auch bei Polstermöbeln und Kissenbezügen findet Samt seinen Einsatz. Wie die Geschichte vom Samt ist, welche Arten es gibt und wie Samt hergestellt wird, verraten wir euch heute.

Was genau ist Samt?

Samt ist ein edles Material, das aus hochstehenden Fasern besteht, die dicht an dicht gewebt wurden. Sie machen die Optik und die Haptik des Gewebes aus. In ein bestehendes Gewebe wurden darüber liegend ein zweiter Fadenflor eingearbeitet.

Die Grundmaterialien sind Baumwolle, Seide und Kunstfasern. Früher wurde Samt nur aus echter Seide gefertigt, weswegen das Material damals auch so kostspielig war. Damals wurde Samt auch noch Sammet genannt. Im Mittelalter gab es zudem ein Material, das Samit hieß, das ein aus mehreren Farben gemustertes Seidengewebe ohne Flor war.

Welche Arten von Samt gibt es?

Samt ist nicht gleich Samt. Man unterscheidet in viele verschiedene Samtarten. Hier eine kleine Liste der Samtarten:

  • Kettsamt
  • Schussamt (Velvet)
  • Flocksamt (unechter Samt)
  • Pannesamt (Spiegelsamt)
  • Samt- Brokat
  • Cordsamt
  • Baumwollsamt

Dabei sind Kett- und Schusssamt die gängigsten Samtarten. Die Herstellung von ihnen haben wir euch unten erklärt.

Flocksamt hingegen bezeichnet eine Samtart, bei der die Faserflocken aufgeklebt wurden. Flocksamt ist kein echter Samt und imitiert diesen nur durch seine Beflockung.

Pannesamt wird auch als Spiegelsamt oder Zylindersamt bezeichnet. In der Herstellung unterscheidet sich dieser Art von Samt nicht von den anderen, echten Samtarten. Er erhält jedoch nach der Herstellung ein spezielles Bügel- und Pressverfahren, wodurch er eine flache, hochglänzende Optik erhält. Hier gibt es auch die Möglichkeit, Muster einzuarbeiten.

Samt- Brokat ist eine besonders edle Form von Samt. Er wird hergestellt durch eine schwere, feste Webart, durch die ein gemusterter Stoff mit eingewebten Gold- und Silberfäden entsteht.

Der Cordsamt wird gern auch einfach als ein besonders weicher Cord bezeichnet. Nur die Schussfäden bilden einen Flor, weswegen der Cordsamt aussieht, als hätte er Streifen.

Baumwollsamt ist ein preiswerter, trotzdem gleich aussehender Samt, bei dem Statt Seide Baumwolle verwendet wird. Das Gewebe wird dadurch pflegeleichter, hat trotzdem die gleiche Optik und die gleiche Haptik.

Welche Eigenschaften hat der Samt?

Rein optisch betrachtet sieht Samt aus wie kein anderer Stoff. Er gleicht keinem Gewebe und auch keinem anderen Material, das hergestellt werden kann. Samt hat eine Strichrichtung, die dafür sorgt, dass der Stoff gegen und mit dem Strich unterschiedlich aussieht und sich zudem auch unterschiedlich anfühlt. Die Strichrichtung muss auf jeden Fall bei der Verarbeitung beachtet werden, sonst sieht ein Kleidungsstück aus Samt schnell nicht mehr gut aus.

Ursprünglich war Samt einmal dehnbar, knitterarm und musste nicht gebügelt werden. Aus diesem Grund wurden oftmals Möbelbezüge aus dem kuscheligen Material gefertigt. Zudem lässt sich Samt leicht verarbeiten und fällt durch sein Gewicht gerade. Zudem ist er gut waschbar und robust, weswegen er gern bei Kinderbekleidung zum Einsatz kommt. Die Haptik ist unvergleichlich. Das samtige Gefühl verleiht dem Samt ein edles Aussehen, das festlich wirkt.

Samt unterscheidet sich dabei auch noch von Velours und Plüsch. Die Länge des Flors ist hier entscheidend, denn bei Samt hat einen kurzen Flor, der maximal 2 bis 3 mm lang ist. Daher fühlt sich Samt sehr weich, flauschig und anschmiegsam an. Doch eigentlich ist Samt im Gegensatz zu Plüsch und Velours am härtesten von allen drei Geweben.

Als Kleidungsstück sieht Samt elegant, edel und luxuriös aus. Dabei ist es egal, wie viel der Samt tatsächlich gekostet hat.

Ein Unterschied gibt es aber zwischen normalem Samt und Pannesamt (auch Spiegelsamt genannt) auch. Der Pannesamt ist glänzend und spiegelnd. Er bekommt seine Optik durch Flachbügeln und Flachpressen in speziellen Mustern. Bei Röcken, Kleidern, Schals und Accessoires findet er seinen Einsatz.

Woher kommt der Samt?

Im frühen 14. Jahrhundert wurde Samt zum ersten Mal in Italien produziert. Um 1470 wurden knapp 15.000 Samtweber in Mailand beschäftigt. Damals wurde Samt als Bezugstoff von Kissen und Polstermöbeln verwendet. Auch Wandverkleidungen aus Samt und Gewänder aus Samt gab es. Der Samt wurde zu großen Teilen aus dem Osmanischen Reich exportiert, sodass das Material sich schnell in Europa verbreiten konnte.

Seinen Ursprung hat der Samt in einem Webstoff aus dichter Seide. Im 15. Jahrhundert stand der edle Kettsamt für Gemütlichkeit, Wärme und Exklusivität in Italien. In den damaligen kalten Burgen, die kaum beheizt wurden und zugig waren, hatte Samt eine große Bedeutung, da mit ihm alles wärmer wurde und noch dazu luxuriös aussah.

Zu dieser Zeit versuchte Frankreich Italien den Rang als besten Samthersteller streitig zu machen. Claude Dangon aus Lyon entwickelte im Jahr 1605 eine Methode, durch die Samt in großen Rapporten gemustert werden könnte.

In der prunkvollen Renaissance war Samt das Hauptmaterial, das Könige und andere Adelige trugen. Im späten 16. Jahrhundert wurde die Samtweberei von flämischen Webern in England eingeführt, wo nun auch bedruckter Baumwollsamt und Manchester Samt hergestellt wurde. Zu dieser Zeit entstand auch der Manchester Samt, der im späteren Verlauf Cordsamt genannt werden sollte.

Diese Samtarten halten sogar noch wärmer als der vorherige Kettsamt. Plötzlich war Samt sehr beliebt. Nach und nach wurde er in dieser Zeit auch in Frankreich, Deutschland, England und den Niederlanden gefertigt. Zugleich entwickelte sich in China ebenfalls eine Samtweberei.

Besonders gefragt war aber weiterhin der Samt aus dem Osmanischen Reich und so wurde der hochwertige Samt von dort oftmals nach Europa verschifft. Reiche Europäer waren die Kunden. So gab es nicht nur Samtborten mit Figuren, sondern auch Samt mit eingewebten Silber- und Goldfäden, die zu dieser Zeit sehr gefragt waren. Als Vorhänge und Tapisserien in Schlössern und Herrenhäuser waren sie im 16. Jahrhundert heiß begehrt.

Im 17. Jahrhundert war die Samtherstellung in Frankreich auf ihrem Höhepunkt. Nicht zuletzt dank Claude Dangon, der Muster auf den Samt brachte, die alle Adeligen in ganz Europa sehr schätzten. Nun kam die Samtherstellung auch nach Deutschland und in die Niederlande. Dort wurden ab 1700 in Leipzig, Chemnitz, Zwickau, Berlin, Potsdam, Krefeld und Meißen Samt hergestellt.

Der Niederrhein galt lange Zeit als europäisches Zentrum für die Produktion von aufwändigen, kostbaren Stoffen aus Samt und Seide.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Mechanischen Weberei in Linden bei Hannover der bekannte Lindener Samt, der später auch Velvet genannt wurde, hergestellt und ist bis heute erhalten geblieben als etwas sehr Wertvolles.

Heute kommt Samt in ganz unterschiedlich Arten daher. Zudem wird er in vielen verschiedenen Bereichen verwendet. Nicht mehr länger ist das Material unbezahlbar teuer und den Adeligen oder Reichen vorbehalten. Es gibt Samt bei Polstermöbel, aber auch bei Tapeten, Kissen oder in der Bekleidungsindustrie.

Wie wird Samt hergestellt?

Zur Herstellung von Samt wird ein Ausgangsstoff verwendet. Er besteht meist aus Grundgewebe aus Leinen- oder Köperbindung. In dieser Grundgewebe aus Schuss- und Kettfäden wird ein gleiches, weiteres Fadensystem eingearbeitet. Dabei entstehen auf einer Seite Schlingen, die im weiteren Verlauf aufgetrennt werden, damit der Samt schön plüschig werden kann. Das Plüschige kommt vom hochstehenden Flor, der durchschnittlich rund 2 mm hoch ist und Pol genannt wird.

Doch es gibt dabei zwei verschiedene Arten Samt herzustellen: Kettsamt und Schusssamt. Der Unterschied in den Samtarten liegt im Vorgang der Faden- Einarbeitung. Wenn die Einarbeitung der zusätzlichen Fäden im Schussfäden stattfindet, nennt sich der Samt Schusssamt und wenn die Einarbeitung in den Kettfäden stattfindet, spricht man von Kettsamt.

Das Aufschneiden der Schlingen auf der rechten Seite des Gewebes erfolgt mit kleinen Messern. Bei Kettsamt kann man außerdem noch in Rutensamt unterscheiden, der mit Zug- und Schneidruten hergestellt wird. Einen Doppelsamt gibt es zudem auch noch.

Mittlerweile haben Baumwolle und Kunstfasern die teure Samtproduktion mit Seide abgelöst. Wenn Samt aus Baumwolle hergestellt wird, spricht man auch oft von Baumwollsamt. So ist die Mode aus Samt für jeden erschwinglich.

Wir verwenden Cookies (eigene und von Drittanbietern) für statistische Zwecke und um Ihr Einkaufserlebniss auf dieser Website zu verbessern. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Durch Nutzung von Jeans-Meile stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
X